Über Yvonne Geisler

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Reisebericht Kenia: Ein bisschen „Pole, pole“ und eine Menge „Hakuna Matata“

An einem warmen Montagabend Ende September ging es für mich gemeinsam mit neun weiteren Reiseprofis aus nahezu allen Ecken Deutschlands in den Flieger in eine wärmere Welt – nach Kenia.

Nach etwa 8,5 Stunden Flug landeten wir schließlich in den frühen Morgenstunden in Mombasa. Ab durch die Passkontrolle und in die Jeep-Fahrzeuge, inzwischen war die Sonne bereits aufgegangen und wir realisierten, dass wir den Pullover nun wohl vorerst nicht benötigen. Bereits auf dem Weg zu unserer ersten Unterkunft an der Küste südlich von Mombasa merkten wir: hier ticken die Uhren anders.
Mombasa selbst ist eine kleine Insel – wer von hier aus aufs Festland und an die kenianische Küste möchte, muss also übers Wasser. Die dafür vorgesehene Fährverbindung hat vor allem morgens Andrang, und so warteten wir etwa zwei Stunden auf die 10-Minuten-Überfahrt, bis wir schließlich übersetzen konnten. Der Grund war jedoch nicht, dass so viele Fahrzeuge und Personen vor uns standen, sondern weil anfangs nur eine, später zwei bis drei der fünf vorhandenen Fähren im Einsatz waren. Ein bisschen „pole, pole“ (Suaheli für „langsam, langsam“), aber alles kein Problem (auf Suaheli „Hakuna Matata“).

Die nächsten drei Tage verbrachten wir an der Küste am Coconut Beach nahe des kleinen Ortes Tiwi. An diesem Strand wacht die „Tiwi Turtle Police“ über aktuell mehr als 60 Nester von grünen Meeresschildkröten. Das Projekt zielt darauf ab, die Nester vor Fressfeinden zu schützen, bis die kleinen Schildkröten schlüpfen und in den Ozean entschwinden. Durch großes Glück konnten wir genau solch einen besonderen Moment live erleben: am frühen Morgen bei Sonnenaufgang krabbelte der erste Schwung kleiner Schildkröten aus dem Nest und flitzte ins Meer.
Aus jedem Nest von ca. 180 Eiern kehren einige Jahre später im Schnitt nur ein bis zwei Tiere an ihren Brutplatz zurück, um eigene Eier zu legen.
Neben der Bewachung der Nester schreiben sich die Helfer des Projekts auf die Fahne, etwas gegen das Müllproblem am bzw. im Meer zu tun. Mehrfach die Woche gehen Sie die Strandabschnitte ab um Müll zu sammeln – auch dabei halfen wir im Anschluss an unsere kleine Schildkrötenbegegnung. Binnen kürzester Zeit kamen dabei über 50 kg Müll von nur zwei kleinen Strandabschnitten zusammen. Vieles davon wurde aus dem Meer angespült, manches zuvor achtlos am Strand zurückgelassen.

Mit den ersten beeindruckenden Bildern im Gepäck ging es anschließend in die Wildnis – im Tsavo-Nationalpark begegneten wir einigen Klassikern unter den afrikanischen Bewohnern, wie Elefanten, Giraffen, Zebras, Wasserbüffeln u.v.m. Bei einer aufregenden Fußpirsch erkundeten wir ohne das Geräusch des Jeepmotors in Begleitung von zwei Massai und einem Ranger den kenianischen Busch. Hier begegneten wir einigen kleineren Tieren, während wir anderen größeren Bewohnern – beispielsweise mehreren einzelnen Elefantenbullen – nicht zu nahe kommen durften. Der Mensch ist hier zu Gast in der Welt der Tiere, somit sind wir diejenigen, die Platz machen müssen. In einer solchen Situation liegt eine spürbare Spannung in der Luft, die in unserem Fall auch einige alternative Wegfindungen zur Folge hatte.
Bei der Rückkehr begrüßte uns auch noch ein Krokodil am Wasserloch unseres Tented Camps, das seinen Mittagsschlaf in der Sonne genoss.
Ohne Zaun von der Wildnis des Nationalparks getrennt, kann man am Abend von der Veranda seines Zeltes aus das Geschehen an den Wasserlöchern beobachten. Hier sagen sich Giraffen, Elefanten und manchmal sogar Löwen in der Stille der Weite „Gute Nacht“.
Wer nachts die Ohren im Zelt eines solchen Camps spitzt, hört hier so manches Rascheln oder Geräusch der nächtlichen Besucher, wie beispielsweise das Rupfen und Schlucken einer Giraffe die am Gebüsch neben dem Zelt ihren Mitternachtssnack einnimmt. In einem Tented Camp übernachtet man wie in einem Zimmer, jedoch sind die Wände nicht fest, sondern aus Zeltstoff, so dass man der Natur auch mit Komfort sehr nahe kommen kann.

Nach wenigen, aber eindrucksvollen Tagen im „wilden“ Kenia verbrachten wir noch ein paar weitere Tage in der Umgebung Mombasas, bevor nach einer spannenden Woche schließlich der Flieger wieder zurück ins herbstliche Deutschland abhob.

Die bunten Tuk Tuks gehören im Stadtbild von Mombasa einfach dazu.

Während unserer Reise war immer wieder zeitliche Flexibilität gefragt – man vergisst schnell die Zeit in solch eindrucksvollen Umgebungen, und Fahrtwege sind manchmal nicht so kurz, wie sie scheinen. Durch eine kleine Reifenpanne, neue Wegfindungen im Busch bei einer Pirschwanderung oder einfach durch ein ausgedehntes Abendessen lässt sich in Kenia niemand stressen – Hakuna Matata.

Ein schöner und passender Spruch, der uns während der Reise begleitete, lautet: „Die Europäer haben die Uhren, die Afrikaner die Zeit.“ Und so nahmen auch wir uns der Zeit an.
Wer also mit einem gewissen Maß an Spontanität und Offenheit für kleine Abweichungen im Zeitablauf, jedoch mit sehr entspannter Mentalität reisen kann und möchte, ist im östlichen Afrika goldrichtig.

Insbesondere Kenia hat verhältnismäßig geringe Besucherzahlen, da nebenan Tansania mit dem majestätischen Kilimanjaro lockt.
Doch auch diesen Giganten sieht man von kenianischer Seite teils sehr eindrucksvoll – und mit wenigen Touristenjeeps im Bild.

Der kleine Bruder des Kilimanjaro befindet sich ebenfalls in Kenia: Der Mt. Kenya, mit ebenfalls über 5000 Metern Höhe zweithöchster Berg Afrikas, kommt wesentlich weniger in Berührung mit Touristenströmen und kann ideal mit unserer Kenia-Reise verbunden werden.

Unsere Kenia-Reise in der momentanen Fassung wurde kurz vor Beginn der Corona-Pandemie ins Programm aufgenommen und wird nun erstmals über den Jahreswechsel durchgeführt. Auch während dieser Reise übernachten unsere Gäste teils in Tented Camps, aber auch in Lodges und Gästehäusern. Buschwanderungen sind auch bei dieser Reise ein fester Bestandteil, um den Tieren anders nahe zu kommen.

Hier geht’s nach Kenia: www.schulz-aktiv-reisen.de/Kenia

Neue Reise: Zu Fuß, per Rad und Kajak unterwegs in Namibias Norden

Noch nie kam uns Namibia so nah wie nun: Um die Schönheit des Landes, das gut doppelt so groß wie Deutschland ist, intensiv erleben zu können, konzentrieren wir uns bei dieser neuen Reise auf den nördlichen Teil. Wir nehmen die Highlights wie Sossusvlei, Swakopmund, Brandberg und Etosha-Nationalpark ins Visier und werten zudem die Edelsteine am Wegesrand auf. Bei unserer geführten Selbstfahrer-Tour erkunden wir das Land zwischen kühlem Atlantik und heißer Wüste in kleiner Gruppe intensiv.
Wanderungen zu traumhaften Aussichtspunkten im Eteska-Gebirge, wo sich die Schwarzadler tummeln, gehören dazu wie Ausfahrten mit dem Fat-Bike auf die Dünen-Kämme am Atlantik oder eine Paddeltour, bei der Robben mal links, mal rechts des Bootsrumpfes auftauchen und uns mit neugierigen Kulleraugen beobachten.
Das Wort Safari bedeutet in der auf dem Kontinent verbreiteten Sprache Suaheli „eine lange Reise oder längerer Spaziergang“. Beim diesem brandneuen Roadtrip im Südwesten Afrikas erfährt es eine neue Spielart. Wir nehmen im Allrad-Fahrzeug die anspruchsvolle und manchmal unendlich erscheinende rote Schotterpiste selbst unter die Räder. Als ständiger Wegbegleiter fährt auf den Asphalt- und Geländepisten im Konvoi ein erfahrener und ortskundiger Deutsch sprechender Guide voraus. Er steht in allen Situationen professionell mit Rat und Tat zur Seite, bereitet bei Gelegenheit auch ein landestypisches Abendessen zu und erzählt zur einheimischen Natur und zur Kultur der dort lebenden Menschen spannende Lagerfeuer-Geschichten. So verpassen Selbstfahrer weder aus Zeitdruck noch aus Unkenntnis ein Reiseabenteuer. Ihr Guide und Reiseleiter kennt die Orte, wo die Weite und Unbändigkeit der einzigartigen Landschaft zu spüren ist, es bleibt während Ihrer Reise viel Freiraum für aktive und spontane Entdeckerfreude.

17 Tage geführte Selbstfahrerreise von Windhoek bis an die angolanische Grenze mit Aktiv-Passagen beim Paddeln, Radfahren und Wandern zwischen Atlantik und Naukluft-Gebirge

  • 17.09.– 03.10.2022 (Pilot-Reisetermin)
  • 17.10.– 02.11.2022

Weitere Termine auf unserer Website!

Hier geht’s zum Namibia-Abenteuer: www.schulz-aktiv-reisen.de/NAM09

Neuer Stern in Namibia – Anstoßen mit dem „Nebeltrinker“


Unser Reiseleiter und Afrika-Liebhaber Andree Merbt schwelgt beim Anblick unserer neuen Reise nach Namibia in Erinnerungen:

Wundervolle Überraschungen verspricht die neue Wander- und Erlebnisreise nach Namibia – hoch am sternenübersäten Nachthimmel und selbst unter dem heißen afrikanischen Wüstensand. Einmal verließ ich als Reiseleiter, nach genussvollem Abendessen zu später Stunde mit einer illustren Gruppe, ein Gasthaus in der Küstenstadt Swakopmund. Beim Blick nach oben waren alle vom funkelnden Lichtermeer fasziniert. Völlig überwältigt rief eine der Mitreisenden: „Seht mal, da links – der Polarstern!“ Obwohl mich ihre Begeisterung sehr freute, musste ich doch die Euphorie etwas bremsen: Was auch immer sie sah, der Polarstern taucht nun einmal südlich des Äquators nicht auf. Ich versprach für die kommende Nacht Aufklärung. Diese verbrachte die Gruppe im Camp auf dem knapp 2350 Meter hoch gelegenen Gamsberg-Plateau, an dem auch die neue Namibia-Wanderreise Station macht. Die Milchstraße mit bloßem Auge und „zum Greifen“ nah erfahren Hobby-Astronomen dort beim Blick durch ein Mini-Teleskop, und von den freundlichen Lodge-Betreibern, welche Sterne besonders hell leuchten und weitere Geheimnisse des südlichen Sternenkreises.

Bevor es auf der 16-tägigen Aktiv-Tour weiter in Richtung Norden zu den großen Tieren im Etosha-Nationalpark geht, lenken kleinere Krabbler die Aufmerksamkeit auf sich. In der Namib-Wüste, wo die Reisenden ihr Lager im Freien für die Nacht herrichten, kriecht in der Dunkelheit der Tok Tokkie aus dem Sand hoch hinauf auf den Kamm der bis zu 375 Meter hohen Sanddünen. Dieser auch als „Nebeltrinker“ bezeichnete Schwarzkäfer reckt seinen Hinterkörper in die Höhe und fängt damit die vom nahen Atlantik herantreibende Feuchtigkeit in Form feinster Nebeltröpfchen auf. Was er auf diese Weise schluckt, entspricht in Relation zur menschlichen Körpermasse ungefähr 25 Litern. Darauf darf man dem kleinen Kerl mit einem Windhoek Lager Bier bewundernd zuprosten und dann beim Schlummern im Sandbett von Namibia-Abenteuern träumen.

Hier geht’s zum Namibia-Abenteuer: www.schulz-aktiv-reisen.de/NAM08