„schulz“ sind wir … Markus Protze

Üblicherweise werden an dieser Stelle besondere Reisen und Orte vorgestellt. In unserer neuen Serie „schulz“ sind wir … möchten wir jedoch jene Personen in den Fokus stellen, die für Sie dem Besonderen auf der Spur sind.

Los geht es mit Markus Protze. In unserem Dresdner Büro betreut er die Reisen nach Pakistan, Nepal, Jordanien, Oman, Armenien und Georgien. Zudem organisiert er die Vortragsabende in der Reise-Kneipe.

Stell dich doch mal ganz kurz vor. Reisen macht ja den meisten Menschen Spaß. Aber was bedeutet es für dich?

Reisen bedeutet für mich lebenslanges Lernen. Durch den Kontakt zum „Fremden“ entsteht neuer Input, der das „Vertraute“ stetig hinterfragt und auch das eigene Leben reflektiert. Sehr prägnant fasst es für mich Kurt Tucholsky zusammen: „Reisen ist die Sehnsucht nach dem Leben“.

Welches ist dein Lieblingsland und warum – auch wenn es schwer ist, ein Land zu nennen:  Was macht für dich dieses Land so besonders oder was verbindest du mit ihm?

Pakistan, insbesondere die autonome Region Gilgit Baltistan. Kein Land vereint so viele hohe Gipfel, hat so vielseitige ethnische Gruppen, ist von außen und innen zutiefst widersprüchlich. Die mediale Berichterstattung, die geopolitische Lage zwischen Afghanistan, China und Indien, und auch das spontane Leben vor Ort haben mir gezeigt, dass man sich alles mit eigenen Augen anschauen und nicht blind Klischees vertrauen sollte.

Erzähl doch mal von deinem verrücktesten oder skurrilsten Reiseerlebnis. War es vielleicht schon einmal richtig brenzlig oder riskant für dich?

Eines meiner verrücktesten Erlebnisse war im August 2009, als ein Bär in Kalifornien in mein Auto eingebrochen ist und sich an meiner Zahnpasta und Kakaopulver verköstigt hat. Ich habe das Auto notdürftig im Yosemite-Nationalpark in „The garage“ getapt und musste es dann nach Sacramento zum Flughafen fahren. Das entsetze Gesicht des Verleihers der Mietwagenfirma bleibt in prägender Erinnerung. Die Versicherung hat am Ende zum Glück bezahlt.

Brenzlig war es beim großen Erdbeben 2010 in Chile, das ich halb 2 nachts bei einer Disco am Pazifik erlebt habe. Nach einer 5000er Besteigung wollte ich dies mit einem Freund feiern und dachte, so viele Piscos (chilenischer Nationalschnaps) kannst du doch gar nicht getrunken haben …Damals brachen alle Telekommunikationsnetze zusammen, an den Tankstellen bildeten sich lange Schlangen und viele Häuser stürzten (auch infolge der zahlreichen Nachbeben) ein. Der Flughafen in Santiago war einige Tage geschlossen und mein Check-in für den Inlandsflug nach Patagonien wurde dann in Zelten abgewickelt, für mich eine skurrile, einmalige Erfahrung.

Riskant war die wohl südlichste Trekkingtour der Welt, der Dientes de Navarino auf Feuerland im Februar 2019. Drei sehr lange, herausfordernde Trekking-Tage, meist durch Schneegestöber und Orientierung nur per GPS, durch subpolare Tundra in einer menschenfeindlichen Umgebung – selten fühlte sich das Ende der Welt so real an!

Warum hast du eigentlich deine Passion zum Beruf bzw. als Ausbildung gemacht?

Das ist eher zufällig passiert. Durch mein Geografiestudium habe ich zunächst einen grundlegenden Einblick in besonders prägnante Themen erhalten, wie Klimaveränderungen (im Hochgebirge), den mittlerweile inflationär gebrauchten Begriff Nachhaltigkeit und sogenannte Livelihoods (Erwerbsstrategien) in den ariden Hochgebirgswüsten von Südasien. Der Tourismus war in diesen peripheren Regionen neben der Landschaft oftmals eine der wenigen Möglichkeiten, zusätzlich Geld zu verdienen.
Meine Begeisterung für Trekking und ein Praktikum bei einem Reiseveranstalter stellten dann die Weichen für meine Produktmanagement-Tätigkeit bei schulz, im wahrsten Sinne also vom Hobby zum Beruf.

Was an deinem eigenen „Herzblut“ und Wissen hast du in deine schulz-Reisen gesteckt? Wo sind unsere Gäste hier „dem Besonderen auf der Spur“?

Pakistan ist und bleibt mein persönliches Herzensprojekt. Mit dem Aufbau der Destination habe ich eigene Reiseerlebnisse in einer Reise verarbeitet und hier versucht, mein Know-how über die Region adäquat zu vermitteln und kleine Betriebe und Menschen mit einzubeziehen.

Unsere Gäste schätzen meines Erachtens sehr die eigenen Erfahrungen und Geschichten, als auch die persönliche Identifikation mit dem Land. Das bleibt hängen.

Aber auch meine Leidenschaft für Nepal ist ungebrochen und durch die Optimierung und Erstellung von neuen Reisen habe ich mit der gesamten Himalaya-Region meine Berufung für handgefertigte Reisen à la schulz gefunden.