Im Gespräch über starke Frauen und den Kilimanjaro

Seit über 30 Jahren organisieren wir Reisen nach Tansania – insbesondere zum Kilimanjaro. Doch der Bergtourismus ist, wie vielerorts in Afrika, noch immer von Männern geprägt. Wir möchten das ändern und Frauen vor Ort stärken, ihre Arbeit sichtbar machen und ihnen neue Perspektiven eröffnen.

Dafür arbeiten wir mit Julia zusammen, die gemeinsam mit einer tansanischen Partnerin eine Agentur gegründet hat, in der fast ausschließlich Frauen im Tourismus tätig sind. Für ausgewählte Kilimanjaro-Termine bieten wir die Möglichkeit, mit diesem besonderen Team unterwegs zu sein – inklusive eines zusätzlichen Akklimatisationstages und bereits ab einer Person garantiert.

Was Julia antreibt und welche Idee hinter der Agentur steckt, erzählt sie uns im Interview.

Die Frau hinter der Agentur

Wie bist du zum Tourismus und speziell zu den Kilimanjaro-Reisen gekommen?

Meine Geschichte mit dem Kilimanjaro begann 2021, als ich den Berg selbst bestieg und Ekeney, meine heutige Geschäftspartnerin, kennenlernte. Ich hatte mir ganz bewusst eine weibliche Guide gewünscht. Mich beeindruckte, wie sie sich vom Porter zur Guide hochgearbeitet hatte und dabei ihre Fröhlichkeit bewahrte. Während der Wanderung erzählte sie mir viel über ihr Leben und die schwierige Situation von Frauen in Tansania. Aus dieser Begegnung entstand die Idee, gemeinsam eine besondere Agentur aufzubauen.

Die Zusammenarbeit mit schulz aktiv reisen passt wunderbar dazu: Beide möchten Reisenden nicht nur ein Reiseziel zeigen, sondern echte Begegnungen und besondere Erfahrungen ermöglichen.

Was bedeutet Tansania für dich persönlich?

Tansania ist ein Land voller Kontraste. Neben den beeindruckenden Landschaften und der Tierwelt faszinieren mich vor allem die Menschen. Wer Familien kennenlernt und einen Einblick in ihren Alltag bekommt, entdeckt eine ganz andere Seite des Landes.

Besonders liebe ich die Region am Fuß des Kilimanjaro mit ihren Regenwäldern, Wasserfällen, Chagga-Dörfern und kleinen landwirtschaftlichen Betrieben. Die Fruchtbarkeit der Natur, die Authentizität und die Lebensfreude der Menschen beeindrucken mich immer wieder.

Worauf bist du bei „deiner REise“ besonders stolz?

Ich freue mich besonders darüber, dass Frauen am Kilimanjaro zunehmend Respekt und Anerkennung erfahren. Wir geben ihnen nicht nur einen Arbeitsplatz, sondern auch Verantwortung und Perspektiven. Zu erleben, wie aus einer schüchternen jungen Frau eine selbstbewusste Guide wird, die eine Gruppe führt und von Gästen geschätzt wird, ist für mich ein großer Erfolg.

Ebenso schön ist es zu sehen, wie wohl sich unsere Gäste mit dem Frauenteam fühlen und welche besonderen, manchmal sogar lebensverändernden Erfahrungen sie gemeinsam machen.

Eine Agentur mit einer besonderen Idee

Warum möchtest du gezielt Frauen im Bergtourismus fördern?

Unser Team besteht zu 95 Prozent aus Frauen. Der Bergtourismus ist traditionell stark von Männern geprägt, gerade hier in Afrika. Frauen bekommen deshalb oft kaum die Möglichkeit, ihr Können unter Beweis zu stellen.

Wir möchten ihnen ermöglichen, eigenes Geld zu verdienen und Verantwortung zu übernehmen. Davon profitieren nicht nur die Frauen selbst, sondern häufig auch ihre Kinder, Familien und Gemeinden. Langfristig kann das gesellschaftliche Veränderungen anstoßen.

Welche Herausforderungen erleben Frauen in diesen Berufen?

Viele Berufe sind noch immer von traditionellen Rollenbildern geprägt. Am Kilimanjaro galten Guides und Porter lange als Männerberufe. Frauen müssen oft erst beweisen, dass sie körperlich und fachlich geeignet sind. Hinzu kommen familiäre Verpflichtungen und fehlende finanzielle Mittel für Aus- und Weiterbildungen.

Gemeinsam unterwegs am Kilimanjaro

Was zeichnet Reisen mit weiblichen Guides und Portern aus?

Frauen sind nicht grundsätzlich bessere Guides als Männer, bringen aber ihre eigenen Erfahrungen und Perspektiven mit. Viele unserer Guides haben schwierige Lebenssituationen gemeistert und wissen, was es bedeutet, Zweifel zu überwinden. Das schafft oft eine besondere Verbindung zu den Gästen und ein großes Maß an Empathie von den Guides.

Gleichzeitig erleben Reisende eine starke Gemeinschaft, in der man sich gegenseitig unterstützt – weit über die körperliche Hilfe am Berg hinaus.

Wie meistern die Frauen die körperlichen Herausforderungen am Kilimanjaro?

Die Arbeit am Kilimanjaro ist für Frauen und Männer gleichermaßen anspruchsvoll. Unsere Mitarbeiterinnen sind gut vorbereitet und ausgebildet. Sie wachsen mit ihren Aufgaben und stehen ihren männlichen Kollegen in nichts nach. Für mich zeigt das: Frauen können unglaublich viel leisten, wenn man ihnen die Möglichkeit dazu gibt.

Was sollten Reisende neben dem Kilimanjaro unbedingt kennenlernen?

Ich empfehle, nach der Besteigung nicht gleich nach Hause zu fliegen. Die Region rund um den Kilimanjaro und Arusha hat viel zu bieten. Besonders eindrücklich finde ich Begegnungen mit Chagga-Familien und Maasai-Gemeinschaften.

Mit dem Reisebaustein „Auf besonderen Wegen ins tansanische Leben“ (TAN29) von schulz aktiv reisen erleben Gäste Natur, Kultur und den Alltag der Menschen hautnah. Fünf Tage lang geht es zu Regenwäldern, Wasserfällen, an den Duluti-See und in traditionelle Dorfgemeinschaften. Kulinarisch wird Bananenbier gebraucht und es gibt Kochurs. So entdecken Reisende eine Seite Tansanias, die weit über die klassische Safari hinausgeht.

Persönlicher Abschluss

Was möchtest du Menschen sagen, die von der Kilimanjaro-Besteigung träumen, aber noch Zweifel haben?

Trau dich! Natürlich ist die Besteigung eine Herausforderung. Aber gerade dabei entdeckt man oft Fähigkeiten, von denen man vorher nichts wusste. Und man muss es nicht allein schaffen: Unsere Guides und Porter unterstützen, motivieren und begleiten dich.

Für mich ist der Kilimanjaro deshalb nicht nur ein Berg, sondern auch eine persönliche Reise.

Was wünschst du dir für Menschen, die nach Tansania reisen?

Ich wünsche mir, dass sie Tansania wirklich erleben und erfahren, wie wichtig Gemeinschaft und gegenseitige Unterstützung sind. Vielleicht nehmen sie die Erkenntnis mit, dass es nicht viel Materielles braucht, um glücklich und dankbar zu sein.

Wer den eigenen Alltag hinter sich lässt und Menschen begegnet, die trotz eines einfachen Lebens viel Lebensfreude ausstrahlen, betrachtet manchmal auch das eigene Leben aus einer neuen Perspektive. Genau das macht Reisen für mich aus.

Mehr Informationen zur Kili-Besteigung finden Sie unter schulz-aktiv-reisen.de/reise/TAN31 und zum Kultur- & Natur-Baustein unter schulz-aktiv-reisen.de/reise/TAN29.