Wissen Sie, wonach Inseln riechen?

Für mich gab es lange nur eine Richtung zum Reisen – hoch in den Norden. Letzten Sommer landete ich dann auf einer Insel im Mittelmeer. Jedes Mal, wenn Erinnerungen daran aufkommen, passiert Folgendes: Ich atme automatisch tief ein und habe diesen ganz besonderen, warmen Duft in der Nase… und ich merke, wie sich meine Mundwinkel ohne Zutun in die Richtung bewegen, in die mich sonst meine Reisen führten… nach oben.

Eine Geruchsprobe zum Rubbeln kann ich Ihnen hier leider nicht beilegen, aber wir haben versucht einzufangen, wonach unsere Inseln riechen – und wie sich dieser Duft mit dem verbindet, was wir dort tun: wandern, kosten, entdecken, durchatmen.

Kreta – Insel der Zeit, Oliven und Kräuter

„Beim ersten Schritt aus dem Flugzeug ist er da – dieser erste Atemzug Kreta. Warm, salzig, würzig. Eine Herzensliebe. Unzählige Kräuterarten wachsen hier – viele endemisch und schon in der Antike geschätzt. Diktamo, das Wundkraut der Berge, Thymian und Salbei, von Sonne und Wind durchzogen. Auf unseren Wanderungen streifen wir sie mit den Händen, zerreiben sie zwischen den Fingern – und atmen unverwechselbares Kreta. Man sieht sie, man riecht sie – und man schmeckt sie. Im sonnenverwöhnten Salat, zum gegrillten Fisch, im kretischen Honig. Über 30 Millionen Olivenbäume tauchen die Insel zusätzlich in ein würzig-fruchtiges Aroma, das Jahrtausende überdauert hat. Kräuter, Meer, Sonne, Oliven – alles verschmilzt zu einem zeitlosen Moment. Kreta: ein Duft, der Geschichte atmet und im Herzen bleibt.“
Ines Schmitt, Head of schulz-Family

Unsere Kreta-Reisen

Ines auf Kreta. Von Wind und Sonne durchzogen wie die wohlduftenden Kräuter selbst. 😊

Sizilien – Ehrlich, archaisch und ein bisschen feurig

„Auf den Ägadischen Inseln und den Liparen beginnt alles mit Macchia und Garrigue: Rosmarin, Thymian, wilder Lavendel, Minze, Artemisia – warm und herb zugleich. Wer im Frühjahr unterwegs ist, erlebt Besonderes: Der behaarte Dornginster, ein unscheinbarer Strauch mit intensiv gelben Blüten, verströmt einen nahezu berauschenden Duft. Und dann ist da noch die Luft. Auf Alicudi, Marettimo oder Levanzo wirkt sie fast unwirklich rein – klar, unverfälscht, ohne Schwere. Ganz anders auf Vulcano: Dort liegt dieser markante Schwefelgeruch in der Atmosphäre – archaisch und intensiv. Überhaupt nicht schön im klassischen Sinn. Aber ehrlich. Und genau das ist Sizilien.“
Elena Braiato, Reiseleiterin

Inselhüpfen vor Westsizilien
Liparische Inseln zwischen Feuer und Wasser

Elena ist auf dem Bild nicht zu sehen. Im markanten Schwefeldampf lässt sich’s schwer kamerafreundlich schauen. 😉

Azoren – Herzhaft-süß und voller Gastfreundschaft

„Für mich duften die Azoren im Frühling nach den Sopas do Espírito Santo – dem wichtigsten Fest der Inselbewohner und zugleich eines meiner absoluten Lieblingsgerichte. Die Menschen versammeln sich, um gemeinsam eine herzhafte Rindfleischsuppe zu kochen, deren würziger Duft wochenlang die Dörfer erfüllt. Dazu gehört auch der fruchtige Geruch des traditionellen Vinho de Cheiro, der süße Duft des frisch gebackenen Massa-Cevada-Brots, das Vanille- und Zimtaroma des leckeren Milchreises und nicht zu vergessen das salzige Aroma der Tremoços – gekochte Lupinen, die in Säcken im Meer fermentiert werden. Dieser vielschichtige Geruch erinnert mich an Heimat, an Gemeinschaft, an azoreanische Gastfreundschaft und an die Wärme, die nicht nur den Frühling auf den Azoren zu etwas ganz Besonderem macht.“
Louiza Wietreich, Reiseleiterin

Wandern auf drei Atlantikinseln
Wandern auf vier Atlantikinseln

Louiza mit einer Frucht der Monstera deliciosa. Wie diese „Ananas-Banane“ wohl schmeckt und riecht?

Korsika – Aromatherapie inklusive

„Ich freue mich nach der Reisemesse in Dresden bald wieder in meiner neuen Heimat anzukommen: Korsika. Wenn ich diesen unvergleichlichen Duft der Insel tief einatme, weiß ich: Ich bin zu Hause. Es ist ein besonders würziger Duft, eine Mischung aus all den Pflanzen der Macchia, dem wilden Buschwald des Mittelmeers: Immortelle, Rosmarin, Wacholder, Myrte. Dazu kommen Aromen der Frucht-, Zitrus- und Nussbäume. Dieses sinnliche Geruchserlebnis wird noch intensiver, wenn die Sonne unermüdlich brennt oder der Regen die ätherischen Öle der Kräuter in den Boden wäscht. Schon Napoleon, der in Ajaccio geboren und aufgewachsen ist, schrieb, dass er die Insel an ihrem Duft erkennen würde…“
Marie Milbacher, Reiseleiterin

Korsikas wilde Nordwestküste
Wandern und Genießen auf Korsisch

Marie bei ihrer Aromatherapie in der korsischen Macchia. 😊

… und die Mittelmeerinsel, auf der ich selbst landete? Das war Mallorca und Mallorca roch für mich wie… stellen Sie sich vor, Sie öffnen die Ofentür, drinnen Gemüse mit Kräutern wie Rosmarin und Fenchel. Erst ist es ganz warm, dann breitet sich gemach der würzig-warm-krautige Duft im Raum aus. In diesem Aroma schneiden Sie schon einmal die Zitrone für das Wasser auf einem Küchenbrett aus Kiefernholz und kosten ein Stück von der süßen Schokolade mit salzigen Kristallen. Ja, Mallorca riecht ein bisschen heimelig, ein bisschen lieblich – und oben im Tramuntana Gebirge riecht’s auch nach Freiheit.

Verborgene Pfade zwischen Mallorcas Bergen und Küsten

So lieblich und heimelig Mallorca auch ist – im Tramuntana Gebirge riecht es nach Freiheit.