China, Tibet, Nepal – unterwegs auf der höchsten Eisenbahnstrecke der Welt

Ich habe das Gefühl, dass der Mensch in unserer schnelllebigen Zeit zunehmend das Gefühl für Entfernungen verliert. Wegstrecken zu bewältigen ist so einfach geworden: Man steigt in ein Flugzeug und dieses spuckt einen nach nur kurzer Zeit wieder aus – in einer anderen Zeit, in einer anderen Klimazone, in einem anderen Kulturraum. Das Wort „Kulturschock” wird es wohl bald nicht mehr geben. Immer wieder Neues macht Neues irgendwann zu nichts Besonderem mehr. Vor 100 Jahren war eine Weltreise ein Abenteuer, nach China war man mehrere Monate unterwegs. Heute genügen von Haustür zu Haustür weniger als 24 Stunden, egal wohin man möchte. Der Glaube an zu wenig Zeit lässt uns immer schneller werden, im Alltag ebenso wie beim Reisen.

Unsere Art zu reisen ist eine andere.

Ich freue mich immer wieder über unsere vielen Reisen, bei denen tatsächlich der Weg das Ziel ist. So auch bei unserer neuen Reise „Mit dem Himmelszug aufs Dach der Welt“ – von Peking über Lhasa nach Kathmandu. Bei dieser Reise geht es vor allem darum, in drei ganz unterschiedliche Kulturräume einzutauchen und die Übergänge wahrnehmbar zu machen: zwischen den Kulturen, verschiedenen Völkern, Glaubensrichtungen, kulinarischen Genüssen, Mentalitäten. Und so ist die Reise auch konzipiert, und das vor allem durch die Art der Fortbewegung: Wir verzichten während der gesamten Strecke von fast 5000 Kilometern komplett auf das Flugzeug und bewältigen unseren gemeinsamen Weg per Bahn und über Land. Auf diese Weise lassen sich mit offenem Reiseauge und -herz viele wertvolle und besondere Eindrücke nah an Land und Leuten gewinnen.

Neben großartigen Höhepunkten wie der Verbotenen Stadt und der Großen Mauer, der Terrakotta-Armee und dem Potala-Palast in Lhasa, einer Nacht am Mount Everest oder der quirligen nepalesischen Hauptstadt Kathmandu erleben Sie gleichzeitig hautnah die alltäglichen Dinge wie das Warten auf den Zug, das Schlendern über einen Markt und das gemeinsame Umrunden heiliger Stätten mit buddhistischen Pilgern.

Und nicht zuletzt begeben Sie sich auf eines der beeindruckendsten Bahnabenteuer der Welt! Im Himmelszug auf der Strecke von Xining nach Lhasa erfahren sie „Weite“ ganz neu: Draußen zieht eine grenzenlos scheinende Landschaft vorbei. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, die großartigen Wüstenlandschaften und menschenleeren Steppen des Qinghai-Tibet-Plateaus auf diese Art und Weise zu erleben. Und so wird diese Reise zu einem immerwährenden Erlebnis und nicht im Trubel unserer hektischen Zeit so schnell wieder verblassen.

Sie sind neugierig geworden? Dann schauen Sie doch gerne mal in unsere neue Reise rein:
Mit dem Himmelszug aufs Dach der Welt

Kommen Sie gern auch zu unserem Reisevortrag während der schulz aktiv-Reisetage: Fr 31.01.20, 13 Uhr im Saal Rotterdam und Sa 01.02.20, 16 Uhr im Saal Florenz.

„Mir kommen selbst beim Schreiben noch die Tränen – so schön war es.” Ein Reisebericht vom Kailash.

Im Mai/Juni 2019 fand unsere 25-tägige Wander-, Trekking- und Kulturreise „Übers Dach der Welt bis zum heiligen Berg Kailash“ statt. Der Kailash als Zentrum des Kosmos ist Ziel unzähliger Pilger verschiedenster Religionen. Definitiv eine Reise, bei der neben der körperlichen Herausforderung auch die geistige steht. Meistert man beide, so wird man berührt und in jedem, in wirklich jedem Reisenden bleibt etwas zurück, zumeist etwas zuvor Unvermutetes.

Birgit Thiel hat uns nun einen wunderschönen Reisebericht zukommen lassen. Hier ein kleiner Auszug. Den vollständigen Reisebericht  finden Sie auf www.abenteuer-reiseberichte.de.

„Gut Ding will Weile haben. Dies trifft es genau. Der mehrmalige Versuch nach Tibet zu kommen ist ein voller Erfolg geworden. Wir hatten einen tollen Reiseleiter, dessen Begeisterung für das Land und die Berge auf uns übergesprungen ist. Dank einer super Höhenanpassung haben wir die Kora um den Kailash geschafft und all unser Karma hat dabei für einen strahlend blauen Himmel gesorgt. Vielen Dank auch an das tibetische Team, welches uns liebevoll unterstützte und eine super Verpflegung unter einfachsten Mitteln zauberte und damit zum Gelingen dieser Reise beigetragen hat. Vielen Dank an alle!

Wir verlassen Lhasa
Tausende Gebetsfahnen markieren den Khamba La-Pass, den wir auf der Fahrt zum Aussichtspunkt auf den Yamdrok-See passieren. Tief unten, ein fast unwirkliches Blau und im Hintergrund die schneebedeckten Bergen des Himalayas. Kaum von diesem großartigen Anblick gelöst, erreichen wir Gyantse und besichtigen das Pelkhor-Kloster mit seinem eindrucksvollen Bodhi-Stupa. Mehr Zeit möchte man haben – 108 Kapellen gibt es hier und über 10.000 Wandbilder. Wir schaffen es bis hinauf auf die letzte Etage. Aufsaugen, Fotos schießen – verarbeiten…– später.

Für viele Reisende der Höhepunkt: der Mount Everest
Die Serpentine werden enger und im Magen wird es mulmig. Aber die Fahrt dauert zum Glück nicht lang. Ein gemütliches Zelt erwartet uns. Der Everest hüllt sich in Wolken und ein Schneesturm zieht gerade über uns hinweg. Rings um den Ofen dienen die Betten am Tag als Sitzgelegenheit. Masala- und Buttertee wird serviert. Immer wieder ein Blick in Richtung Everest – ein kleines blaues Loch am Himmel, doch dort schon wieder dunkle Wolken. Ab und an lugt neugierig die Spitze des Berges über den Wolken heraus. Eine sternenklare Nacht folgt und am Morgen können wir es kaum fassen als der Erste ruft. „Der Everest!“

Unsere 3-tägige Wanderung um den Kailash, den heiligsten Berg der Erde
Auch wir machen uns nach dem Frühstück auf den 2. Teil der Kora. Diese Etappe hat es in sich, über 600 Höhenmeter sind zu überwinden und so steigt der Weg auch gleich zu Anfang recht steil bergan bis wir ein Teehaus erreichen. Hier können wir uns stärken und etwas ausruhen. Nun beginnt der Teil, den man den Leichenacker nennt. Die Gläubigen hinterlassen hier allerlei Sachen als Symbol des Todes. Der Zustand zwischen Tod und Wiedergeburt, den die Gläubigen hier symbolisch auf diesem Stück Weg erfahren, wird physisch fühlbar. Große Freude und Erleichterung, als wir den Dölma La-Pass mit 5636 m erreichen. Wir umarmen uns, machen Fotos und jeder spannt eine weitere Gebetsfahne mit Wünschen versehen auf. Wir haben es geschafft!

Was für ein Abschied
Vom Brahmaputra begleitet gelangen wir zurück nach Lhasa. Noch einmal können wir die besondere Atmosphäre dieses Ortes genießen. Wir haben bereits unsere Sachen für den Heimflug gepackt und liegen im Bett, als Chris an unsere Tür klopft. „Ihr müsst auf den Barkhor, das Saga-Dawa-Fest beginnt“. Und wir trauen unseren Augen kaum. Jede Menge junger Leute umkreisen den Barkhor, größtenteils durch Niederwerfung. Ist es tatsächlich nur tiefer Glaube? Lediglich das Murmeln der Mantras und das Geräusch der über den Boden gleitenden Hände und Füße ist zu hören. Auch wir drehen eine letzte Runde in dieser außergewöhnlich stimmungsvollen Atmosphäre. Wir kehren zurück mit einem Kopf voller Erinnerungen, die erst verarbeitet werden müssen. In Gedanken das freundliche Lächeln der Tibeter, auf den Lippen, …vielleicht ein Mantra.”

Übers Dach der Welt bis zum heiligen Berg Kailash
25 Tage Wandern, Trekking und Kultur von Lhasa zum Everest und zu versunkenen Königreichen
www.schulz-aktiv-reisen.de/TIB04

Der komplette Reisebericht auf abenteuer-reiseberichte.de