Nepal: Rund um den Manaslu mit Ray Hartung (Reisebericht Nov 2018)

Die Trekking-Runde „Rund um den Manaslu“ führt in eine spektakuläre Hochgebirgswelt. Sie erfreut sich zunehmender Beliebtheit, ist dabei aber immer noch viel weniger begangen als die benachbarte Annapurna-Runde. Im Herbst 2018 erlebten wir tolle Landschaften – von subtropischer Pflanzenwelt bis hin zu arktischen Gletschern – und sehr, sehr gastfreundliche, offene und herzliche Menschen.

Der Beginn – durch urbane, subtropische Landschaften

Vom Highway aus Kathmandu kommend, führt uns die sehr kurvenreiche Straße, über die man durch die Hügelketten nach Nordwesten hinauf und hinab fährt, über den Ort Dadhingbesi in das Tal des Budhi Gandaki. Die Straße wird zur Fahrpiste, Staub wirbelt durch die Luft und am Horizont ragen aus einem strahlend blauen Himmel die weißen Berge des Ganesh-, des Manaslu- und des Annapurna-Himal hervor. Nach einer wohlverdienten Mittagsrast mit einem leckeren Dhal Bhat und einer anstrengenden, aber interessanten Fahrt, erreichen wir schließlich Soti Khola. Am nächsten Morgen starten wir von hier aus unsere Wandertour das Tal hinauf. Es geht nun auf den ersten drei Tagesetappen durch üppige subtropische Vegetation mit vielen Bananen, bunten Blüten und seltenen Früchten, wie z.B. Baumtomaten (Tamarillo). Sonne pur wird uns fast auf der gesamten Tour begleiten. Auf und ab durch das Tal führt der Weg uns durch lichte Wälder, über Hügel mit reizvollen Aussichten und durch viele kleine Dörfer. Wir erhalten hier einen spannenden Einblick in den Alltag der Bauern, welche die mühsame Feldarbeit noch immer, wie vor Hunderten von Jahren, aus eigener Kraft erledigen. Auf dem weiteren Weg wird der Blick frei zum Shingri Himal (7161 m). In Dyang sind wir dann in von buddhistischen Völkern besiedeltem Gebiet angekommen und erblicken die ersten Chörten und Manimauern auf dieser Tour.

Zum Larke-Pass

Langsam aber stetig steigen wir aufwärts, die subtropische Vegetation weicht in den nächsten Tagen schönen Nadelwäldern. Der Weg über Banrung führt uns an einigen Wassermühlen und Getreidefeldern vorbei, auf denen sich gern Languren-Affen tummeln. Hier wird nun endlich auch der erste Blick auf die weißen Spitzen der Manaslu Gruppe frei. Wir besichtigen ein buddhistisches Kloster am Weg, und durch einen letzten dichten Wald vor karger Vegetation erreichen wir das auf einem Plateau liegende Dorf Shyalagaon. Der Blick zum Doppelgipfel des Mansalu ist prächtig. Kurze Zeit später gelangen wir in das Hochtal von Samagaon, in eine atemberaubende Hochgebirgskulisse. Wir verlassen den Hauptweg und steigen zur Akklimatisation zu den Hochalmen auf, kurz vor dem Kloster Punggen. Hier, auf einer Höhe von etwa 4100 m, eröffnet sich eines der spektakulärsten Hochgebirgsszenarien. Über dem beeindruckenden Punggen-Gletscher stehend, blicken wir in ein fantastisches Rund aus Bergen, mit Himal Chuli North, Peak 29 und Manaslu. Glitzernde Hängegletscher mit kleinen, donnernden Lawinen lassen uns ehrfürchtig die beeindruckende Nordostwand des Manaslu betrachten. Sie erstreckt sich hier über 4000 m bis zum Gipfel nach oben. Mit grandiosen Fernblicken auf die Berge im Norden steigen wir wieder ab und erreichen schon bald den Ort Samagaon. Hier legen wir einen Ruhetag ein und machen einen kleinen Ausflug zum wunderschön gelegenen Birendra-See. Auf dem Weg zum See besuchen wir ein kleines Kloster. Der alte Lama (buddhistischer Geistlicher), der dieses Kloster leitet, hält später in seinen privaten Gebetsräumen eine Puja (Gebetszeremonie) für uns ab. Sie soll uns Glück für die Überschreitung des Passes bringen. An den nächsten zwei Tagen gelangen wir über Samdo nach Dharamsala Phedi (4600 m), unsere letzte Übernachtung vor dem Pass. Hier schneit es und das Wetter ist miserabel, aber die Puja hat geholfen: Am nächsten Tag ist perfektes Wetter und langsam, aber stetig erreichen wir alle gesund den Larke-Pass in 5106 m Höhe.

Nach Pokhara und Kathmandu

Vom Pass steigen wir ab nach Bimtang (3800 m), das – umringt von Eisgiganten – auf einer traumhaften Hochalm liegt. Allen gelingt auch der Abstieg bei bester Gesundheit, und so sitzen wir am Abend frohgelaunt in der Lodge zusammen und feiern etliche Höhenrekorde. Der nächste Tag bringt uns schon wieder in wärmere Gefilde. Bei einem Mittagessen in der Sonne schauen wir noch einmal zurück auf den Larkya-Peak und die Westwand des Manaslu: Sagenhaft, in wie vielen Formen sich dieser Berg präsentiert! Im Tal des Milchbaches (Dudh Khola) weiter absteigend, gelangen wir zu seiner Einmündung in den Marsyangdi und nach Dharapani (2300 m). Hier stoßen wir auf die Annapurna-Runde. Die letzte Wanderetappe leitet uns über zahlreiche Stufen und Waldwege zuerst in den sehr schön am Fluss gelegenen Ort Tal und weiter nach Jagat (1300 m): die Subtropen haben uns wieder. Wer mag, badet hier in den heißen Quellen. Am Abend gibt es ein zünftiges Abschiedsfest von unserer tollen nepalesischen Begleitmannschaft, die uns morgen in Beshisahar verlassen wird. Mit Jeeps geht es am nächsten Morgen – holprig und an einigen Baustellen wartend – nach Beshisahar und von dort per Kleinbus nach Pokhara. Wir bleiben zwei Nächte und genießen die nepalesische Urlaubsstadt bei einem Ausflug zum Weltfriedens-Stupa, am See, bei Folklore und auch im legendären „Busy Bee“, dem Livemusic-Café der Stadt. Anschließend bringt uns ein Panoramaflug zurück nach Kathmandu. Am nächsten Tag besichtigen wir von hier aus Bhaktapur, eine der drei alten Königsstädte im Kathmandu-Tal, und Boudhanath, der größte buddhistische Stupa Nepals und einer der größten weltweit. Mit einem gemeinsamen, typisch nepalesischen Abschiedsessen am Abend geht diese wunderschöne Reise leider schon zu Ende.

Auf unseren Terminen „Rund um den Manaslu“ haben wir für 2019 noch Plätze frei:
09.03.–29.03.19
06.04.–26.04.19
26.10.–15.11.19
16.11.–06.12.19
www.schulz-aktiv-reisen.de/NEP23

Wer 2019 mit Ray Hartung Nepal entdecken und erleben möchte, dem sind diese Touren zu empfehlen:

Die nächsten Nepal-Vorträge von Ray Hartung:

Touristikmesse CMT in Stuttgart

Nepal – ein Reiseland für alle
Der Vortrag führt Sie in einem kurzen Querschnitt durch das ganze Land.
Ein Vortrag von Ray Hartung, Autor des Reiseführers „Nepal“ aus dem Trescher Verlag Berlin.
Samstag, 12.01.2019, 14:00 Uhr
Messe Stuttgart ICS, Raum C6.2

schulz aktiv Reisetage in der Messe Dresden

Nepal: Ein Land für jedermann – Reisen von leicht bis anspruchsvoll
Freitag, 25.01.2019, 15:00 Uhr
Sonntag, 27.01.2019, 11:00 Uhr
Messe Dresden – Börse – Saal Hamburg

Nepal: Trekking rund um den Manaslu und ins Langtang
Samstag, 26.01.2019, 11:00 Uhr
Sonntag, 27.01.2019, 12:00 Uhr
Messe Dresden – Börse – Saal Hamburg

Oberhof/Thüringen

Unterwegs in Nepal – von Kathmandu durch das ganze Land bis zum Mt. Everest
Samstag, 02.02.2019, 19:30 Uhr
Eintritt: € 5,00 (Anmeldung erwünscht)
Oberhof im „Café Luck“ des Sportausstatters SportLuck,
Crawinkler Straße 1, 98559 Oberhof
Telefon: 036842 58970
E-Mail: oberhof@schulz-aktiv-reisen.de

Berggießhübel/Sachsen

Bilder aus Nepal – Ein Streifzug durch das ganze Land
Freitag, 01.03.2019; 19:30 Uhr
Eintritt frei, um eine Spende für soziale Projekte in Nepal wird gebeten
Destillerie & Brauhaus Weltenbummler
Sebastian-Kneipp-Straße 6
01816 Kurort Berggießhübel

Nepal – Reiseleiter Ray unterwegs zwischen Langtang und Helambu

Das quirlige Altstadtzentrum von Kathmandu überrascht mit vielen Gesichtern

Relativ unbekannt aber absolut fantastisch: während unserer Tour „Langtang Himal und Helambu mit Tamang Heritage Trail“ im März/April 2018 erlebten wir grandiose Landschaften und trafen überaus herzliche und gastfreundliche Menschen.

Tamang Heritage Trail

Über viele Kurven verläuft die Straße ins Tal des Trisuli River über die man nach Norden in Richtung Dhunche und weiter hinauf ins Gebirge fährt. Allmählich verkommt die Straße zur Schotterpiste, Staub hängt in der Luft, aber am Horizont ragen aus einem azurblauen, wolkenlosen Himmel die Berge des Ganesh Himal hervor. Mit unseren Jeeps passieren wir den Checkpoint am Eingang des Langtang-Nationalparks und unterziehen uns hier der für Nepals Wandergebiete ungewöhnlichen Kontrolle durch die Armee. Reine Routine, die wir gelassen hinnehmen und nach der wir abends Gatlang, das erste Dorf unserer Runde auf dem Tamang Trail im südlichen Ganesh Himal erreichen. Sonne pur grüßt uns am nächsten Morgen, und so machen wir uns bei bestem Wetter auf den Weg, der einiges an Höhepunkten bereithält. Auf und ab durch die Vorberge des Ganesh Himal führt der Weg durch lichte Wälder über aussichtsreiche Bergrücken und durch urbane Landschaften mit kleinen Dörfern, in denen wir das Leben der hier ansässigen Tamang hautnah miterleben können. Der Höhepunkt dieses ersten Trekkingabschnittes ist ganz sicher das „rundum Bergpanorama“ in Nagthali (3150 m) – einfach traumhaft. Die nächsten beiden Tage bringen uns zum Eingang des Langtang Tal, das wir auf einem gut ausgebauten Weg über einen namenlosen Doppelpass auf etwa 2800 m Höhe erreichen. Von hier haben wir noch einmal einen tollen Blick zum Ganesh Himal. Der schöne Waldweg macht nun einen Bogen und wir erreichen einen zweiten Pass, von dem aus sich ein grandioses Bergpanorama von Laurebinayak bis zum Naya Kanga eröffnet. Nun ist es nicht mehr weit bis zur ersten Lodge im Tal.

Im Langtang Tal

Wir wandern nun das Tal des Langtang Khola aufwärts. Der Weg führt durch herrlich ursprüngliche Wälder. Immer wieder treffen wir auf Gruppen von Maultieren, die Zementsäcke transportieren, oder auf Träger mit Baumaterial – der Wiederaufbau nach dem schweren Erdbeben von 2015 ist noch immer im Gange, die Infrastruktur aber größtenteils bereits wiederhergestellt. Jeder Besucher ist herzlich willkommen und trägt durch seine Anwesenheit zum Wiederaufbau bei. Wir erreichen nun Lama Hotel (2450 m). Gab es Ende der 90er Jahre hier nur eine Lodge selbigen Namens, hat sich bis heute daraus ein kleiner Ort mit ca. 10 Unterkünften entwickelt. Morgens ist es im Tal noch ziemlich kalt, wenn man aber dann den kleinen Kamm überschreitet, lichtet sich das Gelände und die Sonne lässt es angenehm warm werden. Über mehrere kleine Weiler gelangen wir in das Dorf Langtang – welches völlig neu errichtet wurde – der alte Ort wurde durch einen Erdrutsch beim Beben völlig vernichtet. Wir steigen nun weiter das Tal hinauf, gewaltig erhebt sich an dessen Ende der Gangchepo (6378 m) in den blauen Himmel und auf der anderen Talseite erscheint der vereiste Gipfel des  5857 m hohen Naya Kanga – was für ein Anblick! Der weitere Weg hinauf verläuft bequem mit sanfter Steigung; der Tserko Ri (4984 m) kommt ins Blickfeld und Yaks grasen auf dürren Weideflächen. Auf der linken Seite öffnet sich nun bald ein weiters Tal und der Langtang Lirung mit seinen gewaltigen Gletschern scheint zum Greifen nahe zu sein. Kurz darauf erreichen wir Kyanjing Gompa (3870 m).

Auf dem gleichen Weg, aber mit anderen tollen Aussichten geht es das Tal zurück und nach dem Lamahotel auf die andere Seite des Tals und weiter hinab. Durch wunderschöne Wälder mit Affen und den beeindruckenden Waben der wilden Himalayabienen erreichen wir über Bamboo Lodge den Ort Shyabru. Hier beginnt nun der dritte Teil der Tour. 

Zu den heiligen Seen von Gosainkund und ins grüne Helambu

Das letzte Drittel der Tour führt uns durch herrlich blühende Rhododendronwälder aufwärts. Immer wieder wird der Blick frei, zurück in den Langtang Himal. Nachdem wir bei Shin Gompa den Kamm erreicht haben und nach einer guten Nacht und dem Genuss herrlich frischer Backwaren weiter aufsteigen, wird das Wetter, das die letzten beiden Tage etwas neblig war, wieder besser. Wir erreichen die Lodges bei Laurebinayak und werden am nächsten Morgen mit einem absolut traumhaften Panorama belohnt. Von den Bergen Tibets im Osten, über den Langtang Himal und den Manaslu, reicht der Blick bis zur Annapurna-Gruppe im Westen – das hier ist wohl einer der schönsten Himalaya-Blicke überhaupt. Noch eine weitere, kürzere Etappe, und wir erreichen die heiligen Seen von Gosainkund auf 4000 m. Hier gibt es nun einen Ruhetag oder die Möglichkeit, bei gutem Wetter einen 5000er, den Surya Peak, zu besteigen. Am nächsten Tag steigen wir, wieder bei bestem Wetter, zum 4600 m hohen Laurebina La auf, über diesen hinweg und hinab in das Helambu. Weiterhin durch tolle Rhododendronwälder führt der gute ausgebaute Weg in die Dörfer der Helambu-Sherpas nach Melamchigaon. Von hier aus gehen wir noch eine kurze Tagesetappe nach Nakote und übergeben dem Wiederaufbaukomitee des Ortes eine Spende des Amithaba-Nepal Hilfe e.V. aus Dresden. Hier wird die örtliche Gompa, das spirituelle und kulturelle Zentrum der Gegend, überwiegend durch Spenden finanziert, wiedererstehen. Noch ist allerdings einiges an Hilfe nötig um den Bau zu vollenden. Auf einer letzten tollen Etappe erreichen wir schließlich Thimpu. Von hier aus geht es, nach einem zünftigen Abschiedsfest mit unserer Begleitmannschaft, per Bus zurück nach Kathmandu.
Ihr Ray Hartung

Pocht schon Ihr Wandererherz? Auf unserem Termin im November (03.11.18 – 24.11.2018) gibt es noch wenige Restplätze und die Tour im März 2019 (09.03.19 – 30.03.19) ist bereits gesichert. Weitere Infos hier.

Wer mit Ray Hartung bald nach Nepal reisen möchte, dem sind diese Touren zu empfehlen:
Rund um den Manaslu vom 03.11.18 – 20.11.18 (Trekkingreise, nur noch 3 Restplätze)
Götter, Tempel, Bergpanoramen vom 30.03.19 bis 13.04.19 (Kultur- und Naturrundreise)

Vortrag in der Reise-Kneipe


Und für alle Dresdner gibt es gute Nachrichten. Ein Vortragsabend von Roland Lubiger (Fotograf) und Ray Hartung (Reiseleiter) ist zeitnah geplant:

Unterwegs in Nepal
Mittwoch, 29.08.2018, 19:30 Uhr
Im Hinterhaus an der Görlitzer Str. 15

Einlass ab 18 Uhr (Vortrag 19:30 Uhr – 22:00 Uhr)
VVK: ab 27.08. Mo/Di 10–19:30 / Mi 10–15 Uhr auf der Bautzner Str. 39 im Reisebüro