Canyontrekking im Südwesten der USA – ein Reisebericht

Der Südwesten der USA besticht mit spektakulären Naturwundern in weltberühmten Nationalparks, ist reich an Kulturgeschichte und ein Wander- und Fotoparadies für Outdoorfreunde. Orangerote bis rostbraune Sandsteinformationen bilden in den Bundesstaaten Utah und Arizona einen eindrucksvollen Kontrast zum Blau des Himmels und Grün der Vegetation. Im Frühling zur Wüstenblüte wie auch im Herbst herrscht hier ideales Wanderwetter. Ich erkundete mit meinem Mann im Oktober diesen besonderen Streifen Erde, immer dem Reiseverlauf unserer neuen schulz-Gruppenreise Zu Fuß im Land der Canyons“ folgend, wandernd durch weite Wüstenlandschaften, enge Schluchten und zum Ufer des Colorado River.

Schon bald hinter Las Vegas stellt sich das abenteuerliche Wildwest-Gefühl ein. In der Mohave-Wüste kreuzen wir den Weg einer Wüstenschildkröte. Dies hat echten Seltenheitswert und lässt uns lange nicht mehr los, was für eine großartige Begegnung! Im Zion-Nationalpark angekommen, wandern wir entlang des namensgebenden Canyons zu den Emerald Pools. Die smaragdgrüne Farbe der drei Pools – gepaart mit den traumhaften Ausblicken, vor allem vom oberen Pool – macht diese leichte Wanderung zu einer super Einstiegstour für den Rest der Reise.

Danach wird es anspruchsvoller. Wir leihen uns Neoprensocken und wasserfeste Stiefel und brechen auf zu einer ganz besonderen Flusswanderung. Es geht durchs meist knöchel-, manchmal auch knietiefe Wasser des Virgin River, wir queren diesen unzählige Male, weil Steilwände auf einer Seite das Weiterkommen verhindern. Die Wände werden immer höher, die Schlucht immer enger, bis wir schließlich am Fuße einer eindrucksvollen Klamm stehen die hier schlicht „The Narrows“ heißt. Ein brusttiefes Wasserloch, welches durchschwommen werden müsste, markiert für uns den Umkehrpunkt. Schwimmen wollen wir heute nicht mehr. Stattdessen lieber am Lagerfeuer sitzen und grillen. Gesagt, getan. In der direkt außerhalb des Zion- Nationalparks liegenden Ponderosa Ranch verbringen wir einen gemütlichen Abend am Feuer.

Am Morgen darauf heißt es Schwindelfreiheit beweisen. Einige Passagen, die es bei der Wanderung zur Angels Landing zu überwinden gilt, sind nichts für schwache Nerven. Mehrere hundert Meter geht es links und rechts steil bergab. Einmal oben angekommen, wird man für alle Mühen entlohnt, steht auf einer riesigen, natürlichen Aussichtsplattform mit phänomenaler Rundumsicht.

Im Bryce Canyon National Park müssen wir uns am Folgetag wärmer anziehen. Auf gut 2500 Metern ist es hier deutlich kühler als in niedriger gelegenen Gefilden des Zion. Unsere Wanderung im Bryce führt uns durch ein Wunderland bizarrer Felsnadeln, Türme, Zinnen und Spitzen. Die Natur hat hier im Lauf der Jahrmillionen ganze Arbeit geleistet und ein fast märchenhaftes, lachsfarbenes bis karminrotes Amphitheater geschaffen.

Im Capitol Reef Nationalpark begegnen wir auf unserer Wanderung durch die Schlucht „Capitol Gorge“ Zeugnissen amerikanischer Siedlungsgeschichte. Im 19. Jahrhundert ritzten hier mormonische Siedler ein „Pionierregister“ mit ihren Namen in die spektakulären roten Sandsteinwände, während sie das Flussbett der Schlucht zu einer primitiven Straße ausbauten. Damals völlig selbstverständlich, heute undenkbar.

Unsere nächste Station ist der Arches-Nationalpark. Dutzende große und kleine natürliche Felsbögen wollen dort in meist kurzen Wanderungen von uns erkundet werden. Unser Fazit: Der meistfotografierte Felsbogen der USA („Delicate Arch“) ist spektakulär und einzigartig, aber die weniger besuchte, schon außerhalb der Parkgrenzen gelegene „Corona Arch“ ist unser Felsbogen-Favorit.

Mit einer Klammwanderung der Extraklasse und einem Abstieg in den Grand Canyon setzen wir unserer Reise schließlich einen fulminanten Abschluss. Die Peek-a-Boo-Klamm, im Grand Staircase-Escalante National Monument gelegen, steht ihrer berühmten Schwester, Antelope Canyon, in Schönheit und Farbenpracht in nichts nach. Abenteuerlicher als vermutet, erkunden wir dieses Kunstwerk der Natur halb wandernd, halb kletternd, uns durch extrem schmale Felsspalten zwängend und zum Glück nur mit minimalem Wandergepäck, alles andere wäre auch im Weg. Fast sprachlos verweilen wir hier mehrmals für Minuten inmitten der roten Sandsteinpracht.

Was soll das jetzt noch toppen? Wohl nur der Grand Canyon. Und so stehen wir zwei Tage und 1000 Höhenmeter Abstieg später am Ufer des Colorado River inmitten des Grand Canyon. Eine Reise durch die Erdgeschichte und die einzige Möglichkeit, die Dimensionen dieses Naturwunders wirklich zu fassen zu bekommen. Die Route 66 führt uns nach erlebnisreichen Wochen zurück nach Las Vegas, noch einmal ein paar hundert Kilometer Wilder Westen, bevor die Zivilisation uns wieder hat.

Im Rahmen unserer neuen Gruppenreise Zu Fuß im Land der Canyons können auch Sie diese außergewöhnliche Region der Naturwunder erkunden! 2018 haben wir zwei Frühjahrstermine im Programm, sowie einen Termin im Herbst.

Alle Infos: www.schulz-aktiv-reisen.de/USA02

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