Baikalsee inspiriert zum Gedichteschreiben

Glückliche Reisegruppe am Baikalsee

Glückliche Reisegruppe am Baikalsee

Die Vermutungen werden immer wieder bestätigt: der Baikalsee hat wirklich eine magische Wirkung auf Menschen! Des Öfteren erreichen uns lobende Worte von den Teilnehmern unserer Baikal-Reisen – und nicht nur in Prosa, sondern auch in kunstvollen Werken … wie in diesem Gedicht von Heinrich Zeeden.

Gedicht über die Baikalseewanderungen

Am Baikalsee wir uns die neugierigen Nasen verbrannten,
Die Ehepaare sich schon vor der Reise kannten.
Durch die Taiga wandernd glichen wir alten burjatischen Ehepaaren,
Die vor 1.000 Jahren schon am Baikalsee waren.

Auf einer Dotterblumenwiese, trockener See genannt,
Petra mit Tamara und Gisela im Wasser verschwand.
Zu Trocknen legten sie ihre Haut in die Sonne.
In die in der Nähe vom Baikal gelegenen grünen Zone.

Zwar hat der See einen kleinen zufließenden Bach,
Ein Rätsel ist jedoch den Geologen vom Fach
Warum der See mal steht und mal versinkt,
Die ungelöste Frage uns um das letzte Fünkchen Verstandes bringt.

Später erklimmen wir unseren ersten Schamanenberg,
Setzen unsere Baikalwanderungen ins Werk.
Für die Banja sammeln wir Birkenzweige,
Die abgeernteten Bäume gehen fast zur Neige,

Peter fragt, ob ich den beiden Burjatinnen eine Schafherde hätte abgekauft?
Ob ich mich mit dem russischen Zoll schon zusammen gerauft?
Wie macht man Passbilder von Schafen, braucht man Visa in Sonderform?
Diese Fragen beschäftigen uns schon enorm.

In Listwjanka am Baikalsee vergeht die Zeit erstaunlich schnell,
Auf unserem Weg zum Restaurant war es noch hell,
Hier erhielten wir Speisen erster Qualität,
Als wir gesättigt aufbrechen, war es schon spät.

Die erste Steppenwanderung durch Tascheran,
War überwältigend schön und dauerte lang.
Über eine Vegetationszone stiegen wir einen Berg hinan,
Das Auge jubelte, die Lerche sang.

Ein Hotel nahm uns auf am Kleinen Meer,
Hier leuchtete die Abendsonne so sehr,
Dass wir sie gleich therapeutisch nutzten,
Mit einer russischen Familie wir uns quasi duzten.

Zum Ufer des Baikal führt eine Treppenflucht als Pfad,
Hier nehmen alle ein kühlendes Baikalbad,
Zum dritten Mal in Folge aßen wir den leckeren Omul vom See,
Im Städtchen Wasser zu kaufen war Andrejs Idee.

Kerstin schießt ein Foto von unserer Gruppe,
Wir bestehen aus einer harmonischen Truppe.
Kilometer weit und breit führt jetzt ein Tal
von Hügeln umgeben, zu unserem Ziel, dem Baikal.

Andrej kam uns schon entgegen,
In der Bucht die Robben sich bewegen!
Kommen wir den Pfad daher,
Platscht es von den Felsen, schäumt auf das Meer!

Treu die Augen, glatt das Fell,
Dick die Fettschicht, Köpfchen hell,
Sonnt sie sich auf Felsen, die große Kolonie,
An die raue Witterung akklimatisiert in Harmonie.

Überwältigendes Schauspiel der Natur,
Sibirisch angepasstes Leben pur.
Dem Wanderer, schwankend über steinigen Grund,
Tut sich das Wunder der Robbenküste kund.

Steiniger Weg führt uns zu einer sandigen Bucht,
Nackt kann man hier baden, da keiner uns sucht (wir sind nicht auf der Flucht).
Knallig brennt die Sonne auf uns hernieder,
Nach dem Aufstieg mit Felsenumgehung treffen wir Andrej wieder.

Aus dem Wald tretend fassen wir den Stamm einer Lärche an –
Was uns hier wohl wieder überraschen kann?
Die Erde schickt uns wieder ihren Gruß –
Die Energie durchströmt uns von Kopf bis Fuß.

Abends sprechen wir mit dem Schamanenfels,
Hart und zackig wie des Zahnes Schmelz.
Viele Figuren können wir darin erkennen,
Die wir mit unseren Phantasienamen benennen.

Wie ein mächtiger Zeuge alter Mythen
scheint er über den ganzen See zu gebieten.
Ihm zur Seite steht ein alter Indianer
Mit strengem Blick und ernster Miene – ein Gewissens-Mahner.

Am Baikalsee ist ein kleines Wunder geschehen,
Ich kann plötzlich viel mehr Sterne sehen!
Aus unserem Zusammentreffen wird Licht entstehen,
Noch mehr Menschen werden auf dem Jakobsweg am Baikal gehen!

Unsere Begegnung mit der Baikalgruppe war einfach schön,
Vielleicht gibt es ein nächstes Wiedersehen.
Dank sei der Organisation schulz aktiv gesagt,
Die sich mit uns und den Visa herum geplagt.

Dank sei auch Tamara und Andrej entgegengebracht,
Sie haben sich täglich um uns verdient gemacht!
Haben uns an ihrem immensen Wissen teil nehmen lassen,
Sie sprechen sogar mongolisch, es ist nicht zu fassen!

Durch eine Super Organisation haben sie uns die schönsten Stellen gezeigt,
Wäre ich zu Hause geblieben, ich hätte meine Ohren gefeigt!
Bei den zahlreichen Wanderungen gab es auch zahlreiche Pausen,
Nie mussten wir darben, es gab immer reichlich zu schmausen.

Wenn ich jetzt an den Baikal denke zurück,
Fühle ich, die Reise war ein einziges Glück.
So vielen freundlichen Menschen sind wir begegnet,
Sibirien ist vom Baikal reichlich gesegnet.

Mit Dank schließe ich diese Baikal Erinnerungen an Euch
Denke, Euch zu begegnen macht mich reich.
Der Baikal hat uns in jeder Hinsicht liebevoll empfangen,
Dank sei den lenkenden Mächten – alles ist gut gegangen!

Heinrich Zeeden, 27. 06. 12

Zur Reisebeschreibung:
„Wandertour Baikalsee, Insel Olchon und alte Baikalbahn“

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